Die Idee der Tour wird geboren

Im Sommer 2015 beendete ich mein Studium mit einer Abschlussarbeit über Solidarische Landwirtschaft (SoLawi). Dafür besuchte ich viele Gärtnereien, die nach dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft wirtschaften. Ich stelle fest, dass viele gerne mit Pferden arbeiten möchten, nur nicht wissen wie.

In einer kleinen SoLawi nahe der polnischen Grenze erinnerte ich mich an einen alten Wunschtraum: Einmal mit Pferd(en?) Richtung Osteuropa zu ziehen.

Das war die Geburtsstunde der Pferdetour für gute Landwirtschaft und Pferdearbeit:

Von Mai bis August 2016 war ich mit Arbeitspferd Felix, Kutsche und Pferdegeräten unterwegs von meinem Wohnort Poppau in Sachsen-Anhalt durch Brandenburg bis zur polnischen Grenze und zurück um für eine ökologische, klima- und tier- und menschenfreundliche Landwirtschaft einzutreten. Dabei haben wir immer wieder bei vorbildlichen Betrieben oder Initiativen angehalten, aber auch an Orten, die genau das Gegenteil einer natur- und tierfreundlichen Landwirtschaft darstellen, z.B. industrielle Massentierhaltungsställe, um auf diese Orte im positiven wie im negativen Sinne aufmerksam zu machen. Vor allen Dingen haben wir mit dieser Tour für die Wiederentdeckung der Pferdearbeit geworben. An vielen Orten haben wir die praktische Pferdearbeit demonstriert mit den Pferdegeräten, die auf unserer Kutsche mitfuhren. Dadurch dass wir ein modernes und neu konstruiertes Pferdegerät des Vereins Prommata aus Frankreich mitbrachte, konnten wir zeigen, dass Pferdearbeit in der Landwirtschaft und gerade im Gartenbau absolut aktuell und sogar wirtschaftlich ist. Darüber hinaus kann sie weitere Qualitäten in einen Betrieb einbringen: Ruhe, keinen Gestank und Ölverlust, Lebendigkeit, Bodenschonung,…

Der Schritt zu Arbeitspferden sollte allerdings wohlüberlegt sein. Deswegen haben Felix und ich den Betrieben, die wir auf der Tour besuchten, die Gelegenheit gegeben ganz praktisch zu erfahren, was Pferdearbeit auf ihrem Betrieb auf ihrem Boden heißt und wie sich das anfühlt. Die Erfahrung hinter einem Pferd zu gehen und ein einfaches Gerät zu halten, war für mich etwas sehr Beeindruckendes. Dieses Gefühl und meine Begeisterung möchte ich gerne weitergeben.

Unter dem gleichen Motto soll es auch 2017 wieder losgehen. Dieses Mal wird uns unsere Tour durch das Wendland und Ostniedersachsen führen.