Überraschungen bei der Fahrt durch die Lüneburger Heide

Am 9.6. ging es weiter Richtung Weidenhof im Rieper Moor, wobei die Strecke so lang ist, dass vorhersehbar war, dass sie nicht an einem Tag zu schaffen war. Also stand mal wieder Zelten auf dem Plan. allerdings wirkte das Wetter nicht sehr einladend.

Und so kam es, dass ich einen ganz netten Zwischenstopp auf einem Biolandhof in Vierhöfen machte, bei dem ich eigentlich nur nach dem Weg fragen wollte. Wir hatten auch gleich viel zu erzählen, da das Ehepaar neben der Landwirtschaft mit Pferden Psychotherapie anbietet und dabei auf eine gründliche Ausbildung der Pferde Wert legt. Sehr spannend. So kam ich in den Genuss einer Unterrichtsstunde und Felix in den Genuss einer Massage, welche sich tatsächlich in den nächsten tagen wirklich deutlich bemerkbar machte.

Na, und wie es der Zufall so wollte, bauen Beate und Hendrik auch noch auf einem Hektar Gemüse an, haben aber das Problem, dass sie die Fläche wegen Feuchtigkeit nicht gut befahren können. Na, wenn dieser Hof nicht ideale Bedingungen für Pferdearbeit bietet!!! So hatten die beiden auch ganz große Ohren bei diesem Thema… mal schauen….

Über Beate kam dann auch der nächste Kontakt zu Steffi, einer Heidekutscherin, zu Stande, bei der ich in der nächsten Nacht wohnte – obwohl es ausnahmsweise mal nicht regnete.

So erfuhr ich dann von den Regeln der HeidekutscherInnen und habe am nächsten Tag bei der Fahrt durch das Kerngebiet der Lüneburger Heide, wo Autos verboten sind und dementsprechend viele Kutsche herumfahren, nicht allzu viele Fehler gemacht.

Allerdings hatte ich den tiefen Sand der Heide unterschätzt und musste feststellen wie anstrengend die Wege für Felix waren. Morgens sind wir mit Brustblattgeschirr gestartet, was ich aber schnell gegen das Kumt austauschte. Trotzdem entschied ich mich für einen anderen Weg, obwohl die Aussicht auf eine autofreie Strecke natürlich sehr reizvoll war.

Die Fahrt durch die Heide hat uns viel Zeit gekostet und gegen Abend zogen mal wieder dunkle Wolken auf. Dass wir es noch bis zum Weidenhof schaffen würden, war ziemlich unwahrscheinlich. Also was dann? Erst einmal ausspannen und Pause machen. In diesem Moment hielt ein interessierter Autofahrer, der gar nicht weit entfernt wohnte. Schnell stellte sich heraus, dass wir uns viel zu erzählen hatten und so kam ich – gerade vor dem nächsten Gewitter – zu einer trockenen und philosophischen Nacht.

Der kleine Garten hinterm Haus, war eher eine Diätportion für Felix, so dass ich mich am nächsten Tag schon früh auf den Weg machte…

Nachdem wir uns ziemlich verfahren hatten, kamen wir mittags endlich an unserem schon vor Tagen eingeplanten Ziel, dem Weidenhof im Rieper Moor, an. Nach einer Erholungspause für Felix und mich, startetet wir abends noch einen Versuche die Zwiebeln mit Fingerhacke und Häufelscheiben zu bearbeiten, mussten aber feststellen, dass 50cm Reihenabstand doch etwas zu klein für Felix`Hufe sind. Das ist ein gewisses Problem, wenn wir in “normalen” Gärtnereien arbeiten: Die Reihenabstände sind nicht auf Pferdebreite ausgelegt außer in Kulturen wie Mais, Kohl und Kartoffeln.

Deswegen arbeiten wir auch oft auf unbepflanzten Flächen um die vielen Möglichkeiten der Kassine zu demonstrieren. Das taten wir nach dem ersten erfolglosen Zwiebelversuche dann auch.

Am nächsten Morgen schläft Felix mal so richtig aus.